Zwischen Gesichtern Tassen und eilenden Händen
inmitten von Tauben und Lärm gibt es Orte die
Türen sind. Die Bedienung mit Tablett stolpert
über einen Ort und stößt ihn unter den Tisch. Das
Mitbringen von Orten ist verboten! singt der Mann am
Klavier und spielt ganz fürchterlich schlecht. Der Ort
schlüpft in meine Hand und legt sich auf die Linien.
Kannst du mir die Zukunft sagen? frage ich und der
Ort schüttelt sich. Stellen Sie sich doch erst einmal
vor! Natürlich hat der Ort recht und ich zeige ihm
meine Karte. Angenehm, nuschelt er, denn weil er
ein Ort ist, hat er natürlich einen Mund. Angenehm,
ich bin Anatoli Marienhof, sagt der Ort, ich komme
von weit her. Dann schläft er ein. Er bewegt sich
ein wenig, spricht im Traum. Es ist schön, mit einem
schlafenden Ort zu sitzen. Man wird dann selbst
zu einem.
12.02.2004 17:11:14
Stimmen (...)
Ein kleines Mal die Furcht finden, es könne sich bewahrheiten, dass sie – nun nähert sie sich aus dritter Position -, zu keiner Zeit in der Lage gewesen wäre. Dass Stühle und Tische eine verschworene Gemeinschaft bildeten, dass Türschwellen der wahre Grund für ihre Alpträume seien. Nachmittagsvorstellung, das Eine sitzt und schaut, nicht der Rede wert, über diesen Zustand zu befinden. Einen Augenblick lang, im Gestöber, in der flimmernden Gutartigkeit des Bildes, eine Stimme: „Kein Mensch kann ohne Liebe leben“. Als ob man in einem Ofen Rüben pflanzen könne, klar und deutlich. Sie schält Äpfel, schält Mandarinen, eine Schüssel voll des Guten. Das Eine ist ein Spielzeug, ein kleines Püppchen. „Bäh“, wenn es Hunger hat, stattdessen fehlerhaft eingefügt das Modul eines Tankerschiffs, dunkle Töne anstelle von Weinen, ein Fehler, es bekommt keinen Trost.
09.02.2004 17:44:16
haltestelle
05.02.2004 13:03:06
lautstarke bilder, so verzettle ich tage unter bögen, brauen, ähnlichem. so ein fischhändler. wieder gehört : gesänge aus dem feuerofen, keine bedeutung. tier wählt seifige wegstellen, für alles ausgleiten ein grund, ein boden. es gelten größen verschiedener länder, passen alle. darf nicht angegossen sein. stockprügelung, tätiges vokabular, machset selbst meistern.
05.02.2004 12:00:12
Fütterung
Ich fütterte ein Tier. Mit
braunem Fell stand es zwischen
Bäumen. Das Tier - jemand sagte in die
Fütterung hinein: "das Tier" - fraß aus der Hand.
29.01.2004 12:44:01
viso 2
28.01.2004 16:28:55
Befragung
Sie fährt sich mit den Fingern durch das Haar. Zwirbelt Strähnen und wickelt sie um die Hand. "Ich warte", sagt er. Sie sagt nichts, spürt seine Ungeduld und Wut. Wie um sich greifendes Feuer stürzt die Wut auf sie zu, der Weg zur Tür ist abgeschnitten. "Ist das alles, was Du zu sagen hast?" Er beugt sich vor, versucht ihren Blick einzufangen. Flammen lecken an den Fußsohlen, der Hals wie zugeschnürt, als drücke der oberste Blusenknopf die Luft ab. Sie versucht ein Räuspern.
Er brüllt: "Was? Was war das?"
27.01.2004 20:09:13
viso 1
25.01.2004 13:27:07
molto commosso
Wir gehen heute Abend zum Konzert der schwarzen Fräcke. Jeder soll Gast sein und etwas mit nach Hause nehmen. Was nehmen wir mit nach Hause. Den Schnurrbart des ersten Geigers und den roten Hals des Tubaspielers. Die Lippen des Trompeters und den langen Hals der Harfenistin. Die hellen Bögen im Haar des Trommlers, der heute mit dem Taktstock des Dirigenten den Schlusspunkt setzen wird. Der Frühling setzt ein im Schneetreiben, so sagt die Musik, während wir die silbernen Klappen der Querflöte in unsere Taschen stecken. Rotsamtene Vorhänge für die Dame mit den dunklen Lippen, meine Erinnerung für die Sanftheit des Cellobogens. So tupfen wir Tränen aus unseren Augen und gehen, noch bevor die letzte Melodie verklungen ist.